Die Entscheidung zwischen Cloud und On-Premises wird in vielen Unternehmen noch immer als technische Grundsatzfrage behandelt. In der Praxis ist sie das selten. Denn es geht nicht darum, wo Software läuft, sondern wie gut sie zum Arbeitsalltag, zur Organisation und zu den realen Rahmenbedingungen passt.
Gerade beim Dokumentenmanagement zeigt sich immer wieder: Für die meisten Unternehmen ist die Cloud die deutlich pragmatischere Lösung – schneller startklar, einfacher zu betreiben und langfristig besser kalkulierbar. Trotzdem gibt es Situationen, in denen eine On-Premises-Installation sinnvoll oder sogar notwendig ist. Diese Ausnahmen sind real, aber sie sind deutlich seltener, als oft angenommen.
In unserer Arbeit erleben wir, dass die Entscheidung häufig von Annahmen, Sicherheitsgefühlen oder alten IT-Erfahrungen geprägt ist – nicht von einer nüchternen Betrachtung des heutigen Bedarfs. Genau hier setzt dieser Artikel an. Er erklärt verständlich, wann die Cloud klar im Vorteil ist, wann On-Premises gerechtfertigt sein kann und welche Kosten- und Aufwandsfaktoren Unternehmen bei dieser Entscheidung oft übersehen.
Ziel ist keine pauschale Empfehlung, sondern Orientierung. Damit Unternehmen eine Entscheidung treffen können, die langfristig trägt – technisch, organisatorisch und wirtschaftlich.
Inhaltsverzeichnis
- Warum die Frage „Cloud oder On-Premises?“ oft falsch gestellt wird
- Cloud erklärt: Was Unternehmen heute wirklich davon haben
- On-Premises erklärt: Wann lokale Systeme noch Sinn ergeben
- Für wen die Cloud die bessere Wahl ist (und warum das die Mehrheit betrifft)
- Wann On-Premises gerechtfertigt oder notwendig ist
- Sicherheit, Kontrolle und Verantwortung – ein realistischer Blick
- Kosten, die oft übersehen werden (Cloud und On-Premises)
- Typische Denkfehler bei der Entscheidungsfindung
- Kurz-Check: Cloud oder On-Premises?
- Wie wir Unternehmen bei dieser Entscheidung begleiten
- Fazit: Die richtige Lösung ist die, die zum Alltag passt
Warum die Frage „Cloud oder On-Premises?“ oft falsch gestellt wird
Wenn Unternehmen vor der Entscheidung stehen, ein Dokumentenmanagementsystem einzuführen, lautet eine der ersten Fragen fast immer: Cloud oder On-Premises? Diese Fragestellung wirkt logisch – greift aber zu kurz. Denn sie suggeriert, dass es sich um eine rein technische Grundsatzentscheidung handelt. In der Praxis ist das selten der Fall.
Tatsächlich entscheidet nicht der Ort, an dem die Software läuft, über den Erfolg eines DMS. Entscheidend ist, wie gut die gewählte Betriebsform zum Arbeitsalltag, zu den internen Verantwortlichkeiten und zu den vorhandenen Ressourcen passt. Genau hier entstehen die meisten Fehlentscheidungen: Unternehmen wählen eine Lösung, die sich „sicherer“ oder „kontrollierbarer“ anfühlt, ohne zu prüfen, ob sie diese Kontrolle im Alltag auch wirklich leisten können.
Ein typisches Beispiel aus der Praxis: On-Premises wird gewählt, weil man „die Daten im Haus behalten“ möchte. Gleichzeitig gibt es jedoch keine klar geregelten Zuständigkeiten für Updates, Backups, Sicherheitspatches oder Ausfallkonzepte. Die gefühlte Kontrolle ist hoch – die tatsächliche Kontrolle oft gering. Umgekehrt wird die Cloud manchmal vorschnell abgelehnt, obwohl sie organisatorisch besser passen würde, weil alte Erfahrungen mit Fremdhosting oder pauschale Sicherheitsbedenken mitschwingen.
Ein weiterer Denkfehler liegt darin, Cloud und On-Premises als Gegensätze zu betrachten. In Wirklichkeit stehen sie für unterschiedliche Betriebsmodelle. Die Cloud verlagert Verantwortung für Betrieb, Verfügbarkeit und Sicherheit weitgehend an den Anbieter. On-Premises behält diese Verantwortung im Unternehmen. Beides kann sinnvoll sein – aber nur, wenn es bewusst entschieden und dauerhaft getragen wird.
Die bessere Ausgangsfrage lautet deshalb nicht:
„Wo sollen die Daten liegen?“
sondern:
„Wer übernimmt im Alltag welche Verantwortung – und was ist für unser Unternehmen realistisch?“
Erst wenn diese Frage ehrlich beantwortet wird, lässt sich sinnvoll bewerten, ob eine Cloud-Lösung entlastet oder ob ein eigener Betrieb gerechtfertigt ist. Alles andere ist Technikdiskussion ohne Bezug zur Realität.
Cloud erklärt: Was Unternehmen heute wirklich davon haben
Die Cloud wird in vielen Unternehmen noch immer als „moderne Variante“ oder als Kompromisslösung wahrgenommen. In der Praxis ist sie für die meisten Organisationen jedoch vor allem eines: eine Entlastung im Alltag. Nicht, weil sie technisch überlegen wäre, sondern weil sie Verantwortung dort bündelt, wo sie sinnvoll getragen werden kann.
Wer mit einer Cloud-Lösung wie DocuWare arbeitet, entscheidet sich nicht primär für Technologie, sondern für ein bestimmtes Betriebsmodell. Der Anbieter übernimmt den Großteil jener Aufgaben, die intern oft viel Zeit binden, aber wenig Wertschöpfung erzeugen.
Was das im Alltag konkret bedeutet, lässt sich gut an typischen Situationen festmachen.
Statt sich um Serverkapazitäten, Updates oder Sicherheitslücken kümmern zu müssen, steht das Arbeiten mit Dokumenten im Vordergrund. Prozesse laufen stabil, neue Nutzer sind schnell angebunden und Zugriffe funktionieren standortübergreifend – ohne zusätzliche Infrastrukturprojekte.
Die zentralen Vorteile der Cloud aus Unternehmenssicht lassen sich klar benennen:
- Schneller Einstieg: Cloud-Lösungen sind in der Regel deutlich schneller produktiv einsetzbar. Lange Vorbereitungsphasen für Hardware, Installation oder Infrastruktur entfallen.
- Geringerer Betriebsaufwand: Wartung, Updates, Sicherheitsmaßnahmen und Verfügbarkeit liegen beim Anbieter – nicht beim internen Team.
- Bessere Zusammenarbeit: Standorte, Homeoffice und externe Partner lassen sich ohne Sonderlösungen einbinden. Zugriff ist klar geregelt und jederzeit verfügbar.
- Planbare Kosten: Statt hoher Anfangsinvestitionen entstehen laufende, kalkulierbare Kosten, die sich an der tatsächlichen Nutzung orientieren.
- Skalierbarkeit: Wächst das Unternehmen, wächst die Lösung mit – ohne Neuanschaffungen oder technische Brüche.
Gerade für Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung oder mit begrenzten Ressourcen ist dieser Punkt entscheidend. Denn Betrieb kostet nicht nur Geld, sondern auch Aufmerksamkeit. Jede Stunde, die in Serverpflege oder Fehlersuche fließt, fehlt im Kerngeschäft.
Ein weiterer, oft unterschätzter Aspekt ist die Verantwortungsklarheit. In der Cloud ist eindeutig geregelt, wer für Verfügbarkeit, Updates und Sicherheit zuständig ist. Das reduziert interne Diskussionen, Abhängigkeiten von Einzelpersonen und das Risiko, dass kritische Aufgaben „nebenbei“ erledigt werden.
Natürlich ist die Cloud kein Allheilmittel. Sie setzt Vertrauen in den Anbieter voraus und erfordert ein Umdenken in Bezug auf Kontrolle. Für die große Mehrheit der Unternehmen überwiegen jedoch die Vorteile – nicht aus ideologischen Gründen, sondern weil sie den Arbeitsalltag messbar vereinfachen.
Genau deshalb ist die Cloud heute für viele Unternehmen nicht die „zweite Wahl“, sondern der pragmatischste Einstieg in modernes Dokumentenmanagement.
Illustration (KI-generiert)
On-Premises erklärt: Wann lokale Systeme für Unternehmen sinnvoll sind
On-Premises wird oft als Gegenpol zur Cloud dargestellt – als die „klassische“ oder „sicherere“ Variante. In der Praxis ist sie weder grundsätzlich besser noch schlechter. Sie ist ein anderes Betriebsmodell, das unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll sein kann. Entscheidend ist, ob diese Voraussetzungen im Unternehmen tatsächlich gegeben sind.
Damit On-Premises im Alltag funktioniert, braucht es mehr als nur einen Server im Keller. Es braucht klare Zuständigkeiten, dauerhaft verfügbare Ressourcen und ein realistisches Verständnis für den laufenden Aufwand.
Wann On-Premises gerechtfertigt ist
Es gibt Situationen, in denen eine lokale Installation nicht nur sinnvoll, sondern notwendig ist. Dazu zählen vor allem:
- Rechtliche oder regulatorische Vorgaben, die eine lokale Datenhaltung zwingend vorschreiben
- Vertragliche Verpflichtungen gegenüber Kunden oder Partnern, die Cloud-Nutzung ausschließen
- Spezielle Sicherheitsanforderungen, die nur im eigenen Rechenzentrum umgesetzt werden dürfen
- Sehr individuelle Systemlandschaften, bei denen tiefgreifende Anpassungen oder Spezialintegrationen erforderlich sind
In diesen Fällen ist On-Premises keine Frage der Vorliebe, sondern eine sachliche Konsequenz aus den Rahmenbedingungen.
Was Unternehmen dabei leisten müssen
On-Premises bedeutet, dass Verantwortung im eigenen Haus bleibt. Das betrifft insbesondere:
- Betrieb und Wartung: Updates, Patches und Systempflege müssen regelmäßig und zuverlässig erfolgen
- Datensicherheit: Backup-Konzepte, Zugriffsschutz, Monitoring und Notfallpläne liegen vollständig in eigener Verantwortung
- Verfügbarkeit: Ausfälle müssen intern abgefangen werden – inklusive klarer Reaktionszeiten
- Know-how: Wissen über das System darf nicht an einzelne Personen gebunden sein
Fehlt hier eine dieser Säulen, entsteht schnell ein trügerisches Gefühl von Kontrolle. Die Daten liegen zwar „im Haus“, sind aber im Ernstfall schlechter abgesichert als bei professionell betriebenen Cloud-Umgebungen.
Typische Gründe, die genauer geprüft werden sollten
In der Praxis begegnen uns häufig Argumente für On-Premises, die auf den ersten Blick plausibel wirken, bei genauerem Hinsehen aber hinterfragt werden sollten:
- „Wir hatten früher schlechte Erfahrungen mit externem Hosting.“
- „Unsere Daten sind zu sensibel für die Cloud.“
- „Wir wollen jederzeit alles selbst kontrollieren.“
Diese Punkte sind nicht falsch – sie ersetzen jedoch keine sachliche Prüfung. Die entscheidende Frage lautet nicht, ob man kontrollieren möchte, sondern ob man diese Kontrolle dauerhaft ausüben kann.
On-Premises ist kein Sparmodell
Ein weiterer verbreiteter Irrtum ist die Annahme, On-Premises sei langfristig günstiger. Während die Anfangsinvestitionen klar sichtbar sind, werden laufende Kosten oft unterschätzt:
- interne Arbeitszeit für Betrieb und Pflege
- externe Dienstleister für Spezialthemen
- Hardware-Erneuerungen und Ausfallrisiken
- Sicherheitsmaßnahmen und Dokumentation
Diese Kosten sind real, auch wenn sie nicht monatlich auf einer Rechnung stehen.
Die ehrliche Einordnung
On-Premises kann für Unternehmen mit klaren regulatorischen Vorgaben, stabiler IT-Struktur und ausreichenden Ressourcen eine sehr gute Lösung sein. Für alle anderen wird sie schnell zur Belastung – nicht technisch, sondern organisatorisch.
Deshalb ist On-Premises kein Zeichen von Professionalität oder Kontrolle, sondern eine bewusste Entscheidung für mehr Verantwortung. Ob diese Entscheidung sinnvoll ist, hängt nicht von der Technik ab, sondern von der Realität im Unternehmen.
Für wen die Cloud die bessere Wahl ist – und warum das die Mehrheit betrifft
Betrachtet man den Arbeitsalltag in den meisten Unternehmen, zeigt sich schnell ein klares Muster: Die größten Engpässe entstehen nicht durch fehlende Technik, sondern durch Zeitmangel, personelle Abhängigkeiten und wachsende Komplexität. Genau hier spielt die Cloud ihre Stärke aus – nicht als Trend, sondern als pragmatische Antwort auf reale Anforderungen.
Für viele Unternehmen ist die Cloud deshalb nicht die bequemere, sondern die realistischere Wahl. Sie passt besser zu den vorhandenen Ressourcen und entlastet dort, wo interne Kapazitäten begrenzt sind.
Typische Unternehmenssituationen, in denen Cloud klar im Vorteil ist
In der Praxis profitieren vor allem Unternehmen von einer Cloud-Lösung, die sich in einer oder mehreren der folgenden Situationen wiederfinden:
- Begrenzte IT-Ressourcen: Es gibt keine eigene IT-Abteilung oder diese ist stark ausgelastet. Betrieb, Updates und Sicherheit sollen nicht zusätzlich belasten.
- Mehrere Standorte oder mobiles Arbeiten: Mitarbeitende arbeiten verteilt, im Homeoffice oder mit externen Partnern zusammen und benötigen jederzeit Zugriff auf aktuelle Dokumente.
- Wachstum oder Veränderung: Neue Mitarbeitende, neue Projekte oder organisatorische Anpassungen sollen ohne technische Hürden möglich sein.
- Fokus auf das Kerngeschäft: IT soll unterstützen, nicht binden. Zeit und Aufmerksamkeit werden dort gebraucht, wo Wertschöpfung entsteht.
- Klare Kostenstruktur: Laufende, planbare Kosten sind wichtiger als hohe Anfangsinvestitionen und schwer kalkulierbare Folgekosten.
Warum diese Konstellation so häufig ist
Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen – aber auch in größeren Organisationen – ist IT selten das Kernthema. Sie muss funktionieren, zuverlässig sein und möglichst wenig Aufmerksamkeit erfordern. Die Cloud trägt dieser Realität Rechnung, indem sie Verantwortung bündelt und Prozesse vereinfacht.
Ein weiterer Punkt ist die Geschwindigkeit. Cloud-Lösungen lassen sich deutlich schneller einführen und anpassen. Das ist kein technischer Vorteil, sondern ein organisatorischer: Entscheidungen werden umgesetzt, statt sich in Vorbereitungen zu verlieren. Das erhöht die Akzeptanz und sorgt dafür, dass Digitalisierung als Erleichterung wahrgenommen wird – nicht als Dauerprojekt.
Der oft übersehene Faktor: Entlastung im Alltag
Viele Unternehmen unterschätzen, wie viel Ruhe entsteht, wenn Betrieb, Sicherheit und Verfügbarkeit klar geregelt sind. Die Cloud reduziert nicht nur Aufwand, sondern auch Unsicherheit. Fragen wie „Wer spielt Updates ein?“, „Was passiert bei einem Ausfall?“ oder „Ist das System noch sicher?“ müssen nicht intern geklärt werden – sie sind Teil des Modells.
Diese Entlastung wirkt sich direkt auf den Arbeitsalltag aus. Prozesse werden stabiler, Abhängigkeiten geringer und Entscheidungen einfacher. Genau deshalb ist die Cloud für die Mehrheit der Unternehmen nicht nur ausreichend, sondern sinnvoller.
Die zentrale Erkenntnis
Die Cloud ist nicht deshalb für viele Unternehmen die bessere Wahl, weil sie moderner ist. Sie ist es, weil sie zur Realität passt: begrenzte Ressourcen, hoher Zeitdruck und der Wunsch, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Wer diese Rahmenbedingungen ehrlich betrachtet, stellt oft fest, dass die Cloud keine Einschränkung darstellt – sondern die Voraussetzung dafür schafft, Digitalisierung überhaupt erfolgreich umzusetzen.
Illustration (KI-generiert)
Sicherheit, Kontrolle und Verantwortung – ein realistischer Blick
Kaum ein Thema beeinflusst die Entscheidung zwischen Cloud und On-Premises so stark wie das Sicherheitsgefühl. Viele Unternehmen verbinden Sicherheit automatisch mit physischer Nähe: Was im eigenen Haus liegt, fühlt sich kontrollierbarer an. Dieses Gefühl ist verständlich – aber es ist nicht immer deckungsgleich mit der tatsächlichen Sicherheit.
Um eine fundierte Entscheidung zu treffen, lohnt es sich, Sicherheit, Kontrolle und Verantwortung sauber voneinander zu trennen.
Sicherheit ist kein Ort, sondern ein Prozess
Ein weitverbreiteter Irrtum ist die Annahme, dass Daten automatisch sicherer sind, nur weil sie lokal gespeichert werden. In Wirklichkeit entsteht Sicherheit durch laufende Maßnahmen:
- regelmäßige Sicherheitsupdates und Patches
- professionelles Monitoring und Angriffserkennung
- saubere Backup- und Wiederherstellungskonzepte
- klar geregelte Zugriffs- und Rollenmodelle
- dokumentierte Notfall- und Ausfallpläne
Diese Anforderungen gelten unabhängig von der Betriebsform. Der Unterschied liegt darin, wer sie zuverlässig umsetzt.
In der Cloud sind diese Aufgaben Kernbestandteil des Angebots und werden zentral, standardisiert und kontinuierlich betrieben. Bei On-Premises liegen sie vollständig in der Verantwortung des Unternehmens.
Kontrolle heißt nicht, alles selbst zu machen
Viele Unternehmen entscheiden sich für On-Premises, weil sie „die Kontrolle behalten“ möchten. Die entscheidende Frage ist jedoch: Welche Kontrolle genau?
- Technische Kontrolle: Zugriff auf Systeme, Konfigurationen, Datenstrukturen
- Organisatorische Kontrolle: Klarheit über Zuständigkeiten, Abläufe und Reaktionszeiten
- Risikokontrolle: Wissen, was im Fehlerfall passiert – und wer handelt
In der Praxis zeigt sich häufig:
Die technische Kontrolle ist lokal zwar vorhanden, die organisatorische und risikobezogene Kontrolle jedoch nicht ausreichend geregelt. Updates werden verschoben, Backups nicht regelmäßig geprüft, Notfallpläne existieren nur auf dem Papier.
Cloud-Lösungen geben einen Teil der technischen Kontrolle ab – gewinnen dafür aber an organisatorischer Klarheit. Zuständigkeiten sind definiert, Prozesse standardisiert und Risiken kalkulierbarer.
Verantwortung muss zur Organisation passen
Der Kern der Entscheidung liegt deshalb bei der Verantwortung. On-Premises bedeutet:
- Verantwortung für Betrieb, Sicherheit und Verfügbarkeit bleibt intern
- Ausfälle, Sicherheitsvorfälle oder Wartungsfenster müssen selbst gemanagt werden
- Wissen darf nicht an einzelne Personen gebunden sein
Cloud bedeutet:
- Verantwortung wird bewusst an einen spezialisierten Anbieter abgegeben
- interne Teams werden entlastet
- Sicherheit wird als kontinuierliche Dienstleistung verstanden
Beides ist legitim. Problematisch wird es nur, wenn Verantwortung übernommen wird, ohne die nötigen Ressourcen dafür zu haben – oder abgegeben wird, ohne die eigenen Anforderungen klar zu definieren.
Die ehrliche Abwägung
Die sicherere Lösung ist nicht automatisch die lokale oder die externe. Sie ist jene, bei der Sicherheitsmaßnahmen konsequent, nachvollziehbar und dauerhaft umgesetzt werden.
Für viele Unternehmen ist das in der Cloud realistischer. Nicht, weil sie weniger Wert auf Sicherheit legen – sondern weil sie Verantwortung dort ansiedeln, wo sie verlässlich getragen wird.
Wer Sicherheit nicht als Bauchgefühl, sondern als kontinuierliche Aufgabe versteht, trifft die bessere Entscheidung. Und genau das ist der Maßstab, an dem Cloud und On-Premises gemessen werden sollten.
Sichere Nutzung von Cloud-Diensten (BSI, PDF)
Illustration (KI-generiert)
Kosten, die oft übersehen werden – Cloud und On-Premises im Vergleich
Bei der Entscheidung zwischen Cloud und On-Premises spielen Kosten fast immer eine zentrale Rolle. Häufig wird dabei jedoch nur ein Teil betrachtet: bei On-Premises die einmalige Investition, bei der Cloud die monatliche Gebühr. Genau hier entstehen falsche Vergleiche – und später Überraschungen.
Eine ehrliche Kostenbetrachtung muss weiter gehen. Sie fragt nicht nur: Was kostet das System?
sondern: Was kostet der Betrieb im Alltag – heute und in drei bis fünf Jahren?
Die sichtbaren Kosten (die fast jeder einplant)
Diese Kosten sind meist klar und werden früh berücksichtigt:
- Cloud: laufende Lizenz- bzw. Nutzungsgebühren
- On-Premises: Anschaffung von Softwarelizenzen und Hardware
- Einführungskosten: Konfiguration, Anpassung, Schulung (bei beiden Modellen relevant)
Bis hier wirken On-Premises-Modelle auf den ersten Blick oft günstiger, weil die laufenden Kosten geringer erscheinen. Der Trugschluss liegt in dem, was danach kommt.
Die laufenden Kosten, die gerne vergessen werden
Gerade bei On-Premises entstehen Kosten, die selten sauber kalkuliert sind, aber dauerhaft anfallen:
- Interne Arbeitszeit für Betrieb, Updates, Monitoring und Fehlerbehebung
- Externe Dienstleister für Spezialthemen, Notfälle oder Urlaubsvertretungen
- Sicherheitsmaßnahmen (Backup-Tests, Patch-Management, Dokumentation)
- Hardware-Erneuerungen und Ausfallrisiken
- Abhängigkeit von Schlüsselpersonen, deren Ausfall teuer werden kann
Diese Kosten tauchen nicht als monatliche Rechnung auf – sie sind aber real. Und sie steigen mit der Zeit, nicht sinken.
Auch Cloud-Lösungen haben laufende Kosten, die bewusst eingeplant werden müssen:
- steigende Nutzerzahlen oder Speichervolumen
- Zusatzmodule oder Integrationen
- Anpassungen an neue Prozesse
Der Unterschied: Diese Kosten sind in der Regel transparent, planbar und skalierbar.
Der Faktor Risiko (oft völlig ausgeblendet)
Ein weiterer Kostenpunkt wird selten benannt: das Risiko.
Was kostet es, wenn…
- das System ausfällt und niemand kurzfristig reagieren kann?
- Sicherheitsupdates verspätet eingespielt werden?
- Daten nicht sauber wiederhergestellt werden können?
Bei On-Premises liegt dieses Risiko vollständig im Unternehmen. In der Cloud ist es Teil des Leistungsversprechens des Anbieters – inklusive definierter Reaktionszeiten und Verantwortlichkeiten.
Langfristig denken statt kurzfristig vergleichen
Eine seriöse Kostenbetrachtung vergleicht nicht das erste Jahr, sondern den gesamten Lebenszyklus:
- Wie viel Aufmerksamkeit bindet der Betrieb?
- Wie abhängig sind wir von einzelnen Personen?
- Wie flexibel können wir auf Veränderungen reagieren?
Unternehmen, die diese Fragen ehrlich beantworten, stellen oft fest:
On-Premises wirkt am Anfang günstiger, ist es aber über die Jahre häufig nicht. Die Cloud wirkt auf den ersten Blick teurer, erweist sich jedoch als kalkulierbarer und risikoärmer.
Kosten sind nicht nur Zahlen auf Rechnungen. Sie sind auch Zeit, Risiko und gebundene Energie. Die wirtschaftlich bessere Lösung ist daher nicht die mit dem niedrigsten Einstiegspreis, sondern die, die den Alltag langfristig entlastet und Planungssicherheit schafft.
Genau an diesem Punkt kippt die Entscheidung in der Praxis häufig zugunsten der Cloud – nicht aus Spargründen, sondern aus betrieblicher Vernunft.
Illustration (KI-generiert)
Typische Denkfehler bei der Entscheidungsfindung
Viele Entscheidungen für oder gegen Cloud und On-Premises entstehen nicht aus einer nüchternen Analyse, sondern aus Erfahrungen, Annahmen oder Gewohnheiten. Diese Denkfehler sind menschlich – führen aber häufig dazu, dass Unternehmen Lösungen wählen, die sich im Alltag als unpassend erweisen.
Ein ehrlicher Blick auf diese Muster hilft, die eigene Entscheidung sauberer zu treffen.
„On-Premises ist automatisch sicherer“
Dieser Gedanke hält sich hartnäckig. Die Logik dahinter: Was im eigenen Haus liegt, ist besser geschützt. In der Realität ist Sicherheit jedoch keine Standortfrage, sondern eine Frage von Prozessen, Ressourcen und Konsequenz.
Lokale Systeme sind nur dann sicher, wenn Updates, Backups, Monitoring und Zugriffskontrollen regelmäßig und professionell umgesetzt werden. Fehlt dafür Zeit oder Know-how, entsteht ein Sicherheitsrisiko – trotz eigener Server.
„Die Cloud ist nur etwas für kleine Unternehmen“
Auch dieser Gedanke stammt aus einer früheren Phase der Digitalisierung. Heute nutzen gerade größere Organisationen Cloud-Lösungen, weil sie Skalierbarkeit, klare Verantwortlichkeiten und standardisierte Sicherheit bieten.
Die entscheidende Frage lautet nicht „Wie groß sind wir?“, sondern „Wie komplex ist unser Betrieb – und wie viel Aufwand wollen wir intern tragen?“
„On-Premises ist günstiger, weil wir nur einmal zahlen“
Ein klassischer Rechenfehler. Einmalige Investitionen wirken greifbar, laufende Kosten hingegen diffus. Dabei entstehen gerade bei On-Premises über Jahre hinweg erhebliche Aufwände für Betrieb, Wartung, Personal und externe Unterstützung.
Was fehlt, ist oft eine Vollkostenbetrachtung. Wird diese ehrlich durchgeführt, relativiert sich der vermeintliche Kostenvorteil schnell.
„Wir wollen die Kontrolle nicht abgeben“
Kontrolle wird häufig mit Nähe gleichgesetzt. Doch Kontrolle bedeutet nicht, alles selbst zu betreiben, sondern zu wissen, wer wofür verantwortlich ist und wie Risiken gemanagt werden.
Viele Unternehmen geben mit der Cloud keine Kontrolle ab, sondern gewinnen sie zurück – weil Zuständigkeiten klar geregelt sind und kritische Aufgaben nicht mehr „nebenbei“ erledigt werden.
„Wir entscheiden das einmal und dann ist Ruhe“
Ein weiterer Denkfehler ist die Annahme, diese Entscheidung sei endgültig. In der Praxis verändern sich Unternehmen: Wachstum, neue Standorte, neue Anforderungen oder neue regulatorische Rahmenbedingungen.
Die bessere Haltung ist deshalb:
Welche Lösung passt heute – und lässt uns morgen handlungsfähig bleiben?
Die Quintessenz
Die meisten Fehlentscheidungen entstehen nicht aus Unwissen, sondern aus verkürzten Annahmen. Wer Cloud und On-Premises nicht als Ideologie, sondern als unterschiedliche Betriebsmodelle betrachtet, trifft sachlichere Entscheidungen.
Der Schlüssel liegt darin, Gewohnheiten und Bauchgefühle bewusst zu hinterfragen – und die Entscheidung an der Realität des eigenen Unternehmens auszurichten, nicht an allgemeinen Meinungen oder früheren Erfahrungen.
Kurz-Check: Cloud oder On-Premises
– was passt eher zu Ihrem Unternehmen?
Viele Unternehmen diskutieren die Frage „Cloud oder On-Premises?“ als technisches IT-Thema. In der Praxis ist sie jedoch vor allem eine organisatorische und wirtschaftliche Entscheidung: Wer trägt Verantwortung für den Betrieb? Wie viel interner Aufwand ist realistisch? Und wie gut muss die Lösung zum täglichen Arbeiten passen?
Dieser Kurz-Check hilft Ihnen, Ihre Ausgangslage in weniger als zwei Minuten realistisch einzuordnen. Sie erhalten keine Punktewertung und kein vereinfachtes „richtig oder falsch“, sondern eine ehrliche Orientierung, ob in Ihrem Fall eher eine Cloud-Lösung, eine On-Premises-Installation oder ein Hybrid-Ansatz sinnvoll erscheint.
Der Check ersetzt keine Detailprüfung zu Themen wie Datenschutz, Compliance oder Schnittstellen. Er ist jedoch ein solider erster Reality-Check, um Annahmen von tatsächlichen Anforderungen zu trennen – und eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die nächsten Schritte zu schaffen.
Hinweis: Der Check ist eine Orientierungshilfe. Die passende Betriebsform hängt u. a. von Datenklassifizierung, Schnittstellen, Betriebsmodell und internen Verantwortlichkeiten ab.
Illustration (KI-generiert)
Wie wir Unternehmen bei dieser Entscheidung begleiten
Nach all den Argumenten, Abwägungen und Beispielen bleibt für viele Unternehmen eine zentrale Erkenntnis: Die Entscheidung zwischen Cloud und On-Premises lässt sich selten rein theoretisch treffen. Sie wird erst dann klar, wenn man den eigenen Arbeitsalltag, die tatsächlichen Verantwortlichkeiten und die real verfügbaren Ressourcen ehrlich betrachtet.
Genau hier setzen wir in unserer Arbeit an.
Alltag verstehen – bevor wir über Technik sprechen
Wir starten nicht mit Cloud-Argumenten oder Serverfragen, sondern mit Ihrem realen Ablauf: Wo kommen Dokumente rein, wo bleiben sie hängen, wo entstehen Rückfragen, Wartezeiten oder Medienbrüche? Ziel ist ein gemeinsames Bild der Realität – nicht ein Idealprozess aus dem Lehrbuch.
Pflicht vs. Gefühl trennen – was ist wirklich notwendig?
Viele Entscheidungen kippen wegen Sicherheitsgefühl oder „das haben wir immer so gemacht“. Wir prüfen sauber: Gibt es echte regulatorische Vorgaben? Vertragliche Einschränkungen? Oder ist es eher Gewohnheit? Erst wenn das klar ist, lohnt sich die Betriebsform-Diskussion.
Betriebsmodell definieren – wer trägt welche Verantwortung?
Der Kern ist nicht „wo liegen die Daten“, sondern: Wer übernimmt Updates, Security, Backup, Monitoring und Reaktionszeiten? Wir klären, was intern realistisch abbildbar ist – und wo Entlastung sinnvoller ist. Daraus ergibt sich oft schon eine klare Tendenz.
Kosten ehrlich machen – nicht nur Lizenz, sondern Vollkosten
Wir vergleichen nicht „monatlich vs. einmalig“, sondern den Alltag: interne Arbeitszeit, externe Dienstleister, Ausfallrisiko, Hardware-Erneuerung, Sicherheitsmaßnahmen. So wird sichtbar, was Cloud und On-Premises wirklich kosten – und welche Variante Planungssicherheit schafft.
Pragmatisch starten – klein, aber wirkungsvoll
Statt ein Großprojekt zu planen, definieren wir einen sinnvollen Startprozess, der sofort entlastet. Wichtig ist Anschlussfähigkeit: für Mitarbeitende, bestehende Abläufe und Verantwortlichkeiten. So entsteht Akzeptanz durch Nutzen – nicht durch Überredung.
Skalieren, wenn es läuft – und nicht vorher
Wenn der Einstieg stabil ist, erweitern wir strukturiert: weitere Dokumentarten, weitere Workflows, weitere Teams. So wächst das System mit dem Unternehmen – ohne Parallelwelten, ohne Überforderung und ohne „wir bauen erst mal alles und hoffen, dass es genutzt wird“.
Dieser Fahrplan ersetzt keine individuelle Entscheidung – aber er verhindert die falschen. Er sorgt dafür, dass Unternehmen nicht aus Unsicherheit heraus handeln, sondern aus Klarheit. Wer so vorgeht, entscheidet sich nicht für Cloud oder On-Premises, weil es „modern“, „sicherer“ oder „bewährt“ klingt, sondern weil es zur eigenen Realität passt. Und genau das ist die Grundlage dafür, dass eine Lösung im Alltag trägt – nicht nur auf dem Papier.
Fazit: Die richtige Entscheidung ist die, die entlastet
Die Frage „Cloud oder On-Premises?“ ist keine Grundsatzfrage. Sie ist eine Organisationsfrage. Sie entscheidet nicht darüber, wie modern ein Unternehmen ist, sondern darüber, wie viel Verantwortung es selbst tragen will – und wie viel davon sinnvoll ausgelagert werden kann.
Für die meisten Unternehmen ist die Cloud heute der pragmatischere Weg: weniger Betriebsaufwand, klarere Zuständigkeiten, schnellere Entlastung im Alltag. Nicht, weil sie technisch überlegen wäre, sondern weil sie besser zur Realität vieler Organisationen passt. On-Premises bleibt dort sinnvoll, wo klare regulatorische Vorgaben, besondere Sicherheitsanforderungen oder gewachsene IT-Strukturen dies erfordern – aber eben nicht als Standard, sondern als bewusste Entscheidung.
Der wichtigste Punkt dabei:
Eine gute Entscheidung entsteht nicht aus Technologie, sondern aus Verständnis. Wer zuerst den eigenen Alltag, die echten Engpässe und die verfügbaren Ressourcen betrachtet, trifft automatisch die bessere Wahl. Die Technik folgt dann logisch – nicht umgekehrt.
Und genau darin liegt der Unterschied zwischen einer Lösung, die eingeführt wird, und einer, die den Arbeitsalltag tatsächlich verbessert.
Cloud oder On-Premises? Treffen Sie die Entscheidung, die wirklich passt.
Sie sind unsicher, welche Betriebsform für Ihr Unternehmen sinnvoll ist – und möchten keine Entscheidung aus dem Bauch heraus treffen? Wir analysieren gemeinsam Ihre Abläufe, Verantwortlichkeiten und Rahmenbedingungen und zeigen Ihnen transparent, welche Lösung Sie im Alltag entlastet und welche Folgekosten und Aufwände realistisch zu erwarten sind.
Unverbindliche Entscheidungshilfe anfragen






